Tübinger Musikschule: Sanierung und Erweiterung eines besonderen Kultur- und Bildungsstandorts
Musik.Weiterbauen.Ergänzen.
Mit der festlichen Einweihung des ersten Bauabschnitts der Generalsanierung der Tübinger Musikschule am 6. Dezember 2025 wurde der erste Schritt eines bedeutenden Projekts für die Stadt und ihre Bildungslandschaft erfolgreich abgeschlossen. Im Auftrag der öffentlichen Hand durften wir die Leistungen der Objektplanung nach HOAI, Leistungsphasen 1–8, für dieses anspruchsvolle Vorhaben übernehmen.
Ein Impuls für Bildung und Kultur
Die Tübinger Musikschule ist mit rund 2.500 Schüler*innen ein zentraler Ort kultureller Bildung und weit über die Stadt hinaus von hoher Bedeutung. Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von rund 12 Mio. Euro brutto für beide Bauabschnitte, umfasst die Generalsanierung des Hauptgebäudes sowie die Neuordnung des gesamten Standorts in der Frischlinstraße. Im Innenhof entstehen als Ergänzungsbauten ein dreigeschossiges Unterrichtsgebäude (als Teil des 1. BA) sowie ein zweigeschossiger Verwaltungsanbau (2.BA) in Holzbauweise.
Räume für Klang, Konzentration und Austausch
Rund um den neu gestalteten Konzertsaal, das Herzstück der Musikschule, und dem neuen Kammermusiksaal, entwickelt sich so ein differenziertes Raumangebot mit neuen Übungs-, Unterrichts- und Aufführungsräumen, die den akustischen und pädagogischen Anforderungen in besonderem Maße gerecht werden.
Bestand achten, Zukunft weiterbauen
Ein wesentliches Ziel war es, den architektonischen Charakter des Hauptgebäudes aus den Jahren 1962 bis 1964 zu bewahren. Die prägende und typische Sichtbetonfassade der ursprünglichen Waldorfschule bleibt erhalten; energetisch ertüchtigt wird das Bestandsgebäude durch eine vollständige Innendämmung aus mineralischen Dämmplatten.
Die Neubauten sind dagegen sehr klar und zurückhaltend gestaltet und erhalten einen eigenen zeitgemäßen Charakter. Konstruiert als massiver Holzbau erhalten sie hinterlüftete, hochwärmegedämmte Holzfassaden und Holzfenster mit Dreifachverglasung. Die neuen Dächer sind begrünt.
Nachhaltigkeit als planerische Haltung
Auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit setzt das Projekt ein starkes Zeichen: Fernwärme, individuell abgestimmte Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, hybride Lüftungssysteme, begrünte Dachflächen und Photovoltaik tragen zu einer CO₂-Reduktion von über 60 % bei. Der energetische Standard liegt bei KfW40 +. Zugleich werden sämtliche Räume künftig barrierefrei erschlossen, unter anderem durch zwei neue Aufzüge.
Ein Quartier mit Zukunft
Mit der Fertigstellung dieses Leuchtturmprojekts entsteht ein zukunftsfähiger Ort für Musik, Bildung und Begegnung. Aktuell laufen die Arbeiten zum zweiten Bauabschnitt – dem Ergänzungsgebäude für die Verwaltung der Musikschule. Die Fertigstellung ist für Dezember 2026 geplant.
Perspektivisch wird der Standort durch den Neubau der Köstlinschule ergänzt – gemeinsam entwickeln sich beide Einrichtungen zu einem vielfältigen Schulquartier mit hoher Aufenthalts- und Lernqualität.
Weitere Informationen zum Projekt.